Lässige Sommerkleider

Sonnige Tage, an denen eine Jacke und Socken nicht brauchte, hattenw ir schon. Also dürfen wir auch schon mal von den richtig heißen Tagen träumen und uns Gedanken um die dafür notwendige Kleidung machen. Immer richtig: ein lässiges, aber raffiniert geschnittenes Kleid. Denn mal ehrlich: bei 30 Grad plus sind engsitzende Klamotten wirklich nicht mehr bequem.

Deshalb gibt es heute eine kleine Übersicht über coole, entspannte Schnitte mit dem gewissen Etwas.

Den Anfang macht das neue Schnittmuster von Victory Patterns: Hannah.

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Ärmellos und mit dem für Victory Patterns typischen abgerundeten Saum, besticht Hannah durch Taschen UND die raffinierte Drapierung im Rücken. Das funktioniert hinreißend in uni, aber Drapierung und Knopfleiste könnte frau auch noch farbig absetzen.

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Auch bei Aphrodite von I Am Paterns überrascht die Rückenansicht. Hier ist es ein rechteckiges Cut-Out, das dem schlichten Hängerchen das Je-Ne-Sais-Quoi gibt. Da kann natürlich Haut hervorblitzen oder aber das gehütete Reststück vom Lieblingsstoff.

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Das Rushcutter Dress von In the Folds bietet sich mit seiner sehr graphischen Form geradezu an für Colorblocking oder Muster und Paspel-Spielereien. Genauso gut könnte frau aber verschiedene Materialqualitäten kombinieren. In der langärmelige Version ist es sogar frühjahrstauglich.

Das Oversized Shirt Dress von Makers’Atelier ist genau das, was der Name verspricht: eine sehr lange, untaillierte Hemdbluse. Der ideale Schnittpartner für all die griffigen, leicht transparenten Stoffe, die etwas unten drunter brauchen. Hier vielleicht ein schönes Hemdchen und eine kühlende Leinenhose. Natürlich bieten sich all die Spielereien auch an, die Hemdblusen besonders machen: Top-Stitching an der Knopfleiste. Farbige Knopflöcher. Geniale Knöpfe.

Welche Stoffe aber nun für diese nonchalanten Kleider? Unis in klaren Farben bieten sich an. Zum Beispiel unser Baumwollstoff Naomi. Er ist griffig und elastisch, hat einen leichtem Glanz und passt so wunderbar zu den reduzierten, aber raffinierten Schnitten.

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Geometrische oder abstrakte Prints als Stoffpartner sind nähtechnisch eine etwas größere Herausforderung, ergeben aber ein fulminantes Ergebnis.

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Punkte; Grafitti

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Steifen und Punkte

Suchen Sie sich einen Stoff aus in unserem Shop und legen Sie los!

 

 

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Tragen Sie das?

Hand aufs Herz: Wie viele Ihrer selbstgenähten Kleidungsstücke tragen Sie wirklich? Und mit “wirklich” meine ich mehrfach im Monat?

Ich vermute, der Anteil der oft getragenen, selbstgemachten Kleidungsstücke liegt bei weniger als 40%. Ist das bei Ihnen nicht der Fall, können Sie jetzt direkt zurück ins Wochenende gehen.

Wenn Sie, wie ich, zu denen gehören, die eine stattliche Anzahl von selbstgemachten Kleidungsstücken haben, aber nur einen kleinen Teil davon regelmäßig tragen, sollten Sie jetzt mal zum Kleiderschrank gehen.

Legen Sie die Teile heraus, die Sie oft anhaben und überlegen Sie, was genau der Grund dafür ist.

Vermutlich diese:

1. Es gibt keine Alternative dazu. (Sie haben z.B. nur die selbstgenähten Mäntel)

2. Es passt gut.

3. Es ist bequem.

4. Es lässt sich gut kombinieren.

5. Es passt zu Ihrem Lebensstil.

6. Es macht Sie glücklich.

7. Sie haben nicht mehr als 5 Varianten davon im Schrank hängen.

Und was ist mit dem Rest los?

Wer nähen kann, der eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten. Je nach handwerklichem Können und Budget können wir uns Kleidungswünsche erfüllen, die mit Kaufkleidung nicht möglich wäre. Gerade am Anfang produzieren wir in dieser Begeisterung, alles Mögliche machen zu können, Vieles, was nicht zum sonstigen Inhalt unseres Kleiderschranks und zu unseren tatsächlichen Bedürfnissen passt. Schlicht weil wirs können.

In meinem Kleiderschrank hängen mehr “Partykleider” als ich in einem Jahr Einladungen und Gelegenheiten habe. Warum? Weil ich die Vorstellung von wöchentlichen Cocktail-Parties offensichtlich so mag, dass ich auch ohne Anlass Partykleider genäht habe.

Anlasskleidung macht so großen Spaß zu nähen (und zu tragen), weil sie unser Luxusbedürfnis befriedigt. Es macht auch deutlich mehr Spaß, etwas zu nähen, bei dem es eine eingebaute Erfolgsgarantie gibt, weil wir es gut können. Höchstwahrscheinlich haben Sie die größte Auswahl an selbstgemachten Kleidungsstücken genau da.

Röcke gehen mir z.B. flott von der Hand. Weshalb ich locker auf 20 komme. Und doch trage ich die Hälfte der Woche eher Hosen. Im Winter sogar noch häufiger. Von denen habe ich nur zwei. Keine davon selbstgemacht. Ich befürchte endlose Anpassereien. Sie erkennen ein Muster?

Wovon ist in Ihrem Kleiderschrank mehr vorhanden, als Sie realistisch brauchen können? Und welche oft getragenen Arten von Kleidungsstücken sind bei den selbstgemachten unterrepräsentiert? Und warum ist das bei Ihnen so? Verstecken sich da Ihre Angstgegner?

Oft nähen wir auch impulsgesteuert. Ein toller Stoff, ein herausfordernder Schnitt. Erst wenn das neue Teil hilflos im Kleiderschrank hängt, fällt uns auf, dass es nirgends dazu passt. Nach ein paar halbherzigen Kombiversuchen lassen wir es dann einfach hängen. Und “vergessen” es irgendwann. Schließlich wartet da dieser tolle neue Stoff …

Eine großartige Gelegenheit, all Ihre selbstgenähten Schätze auszutragen und neu zu bewerten, ist der MeMadeMay. Dabei handelt es sich um eine monatlange Herausforderung, deren genaue Regeln Sie selbst festlegen, die Sie aber dazu anhält, jeden einzelnen Tag Selbstgemachtes zu tragen.

Dabei passieren spannende Dinge: Sie entdecken völlig neue Kombinationen, Sie werden mit den Lücken in Ihrer selbstgemachten Garderobe konfrontiert und der Fülle. Insgesamt ist der MeMadeMay ein äußerst geselliger Anlass, Ihren Kleiderschrank neu aufzustellen und in der Folge mehr Kleidung selbst herzustellen, die Sie tatsächlich tragen.

 

 

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maritimermix

Capsule Wardrobe Sommer: Farben und Muster

Beinahe noch besser als das erste Austragen der neuen Sommerkleidungsstücke ist das Planen vorher, oder? Deshalb machen wir uns heute mal Gedanken über die zentralen Farben und Muster in Ihrer Grundgarderobe für den Sommer.

Zunächst:

Was haben Sie noch aus dem letzten Sommer und denen davor im Schrank, was Sie auch in dieser Saison begleiten soll? Was sind die Sommerlieblinge? Welche Silhouetten, welche Farben, welche Muster und Texturen kommen da vor? Was hatten Sie im letzten Sommer dauernd an? Hängen Sie diese Teile im Kleiderschrank zusammen und schauen Sie sie sich gut an. Was fehlt? Was braucht Ergänzung? Was könnte einen Frischekick durch einen ungewöhnlichen Kombipartner gebrauchen? Machen Sie sich eine Liste.

Wenn Sie sich hingegen für eine neue, eigenständige Sommergarderobe entschieden haben: Welche Schnitte, welche Silhouetten, welche Farben, Texturen und Muster schweben Ihnen vor? Sammeln Sie Farbeindrücke. Ob mit der Handykamera, auf Pinterest, im Nähnotizbuch. Lassen Sie sich ein bißchen Zeit, aber legen Sie sich auf 2,3 Farben fest.

Diese Farben werden das Rückrat Ihrer Sommergarderobe sein. Mit dieser Auswahl kommen Sie nicht in die Verlegenheit, unkombinierbare Einzelstücke zu produzieren. Vielmehr entwickeln Sie eine Auswahl an Outfits, die wie aus einem Guß wirken. Das spart Zeit und Nerven beim Anziehen … und mal ehrlich: Im Sommer haben wir  Besseres zu tun, als stundenlang über die Auswahl unserer Klamotten zu meditieren. Planen Sie Ihre Stoffauswahl für diese Saison durch, halten Sie sich an Ihren Plan und genießen Sie eine Saison entspanntes Ankleiden.

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Die zentralen Farben in diesem Beispiel sind blau, rot, weiß. Klassische Sommerfarben, denen immer etwas Maritimes anhaftet.

Die drei Farben bilden sehr klare Kontraste. Sie können Ihre Palette natürlich auch Ton-in-Ton wählen oder zu noch poppigere Gegensätze greifen – z.B. mit Komplementärfarben.

Wenn Ihre Grundpalette und die Auswahl der Schnitte stehen, überlegen Sie, welche Teile Sie in uni halten wollen und wo Muster am effektvollsten wirken. Klären Sie, wie viel Muster Ihnen angenehm ist. Großflächige, kontrastreiche Muster können sich überwältigend anfühlen oder ermächtigend. Kleine, zarte Muster können Ihre eigene Zartheit unterstreichen oder Sie sich “kleinkariert” fühlen lassen. Fragen Sie sich, wie “laut” ein Muster für Sie sein darf.

Wenn Sie sich noch nicht so richtig an Muster rantrauen, verwenden Sie Unis für das Grundgerüst Ihrer Garderobe. Das erleichtert sowohl das Nähen als auch das Kombinieren. Wählen Sie die Muster dann gezielt für effektvolle Hinguckerteile.

Im Beispiel oben bieten sich die drei Unis an für Shorts, Hosen, Röcke, Blazer und leichte Jacken. Die Prints geben dann Tops, Blusen, leichten Sommerkleidern und Röcken den Wow-Effekt.

Die Schirmchen und Streifen im Beispiel oben nehmen die maritime Anmutung der Grundfarbenkombi auf. Der Blumenprint fällt aus dem Rahmen und bildet so einen reizvollen Gegenpol.

Überlegen Sie bei der Auswahl von Farben und Mustern ob es eine verbindende Stimmung, ein Thema geben soll. Fragen Sie sich, wie Sie sich diesen Sommer fühlen wollen. Reduzieren Sie Ihre Antwort auf einen Kernsatz und lassen Sie sich von dem bei der Auswahl der Stoffe helfen.

Puderige Farben, Vichy-Karo, Toile de Jouy und Streifen könnten der Beginn einer wunderbar verspielten Sommergarderobe sein, die irgendwo zwischen Macarons, Marie Antoinette und französischer Lebenslust angesiedelt ist. Großformatige schwarz-weiß Prints und Unis in Kanllfarben bringen hingegen einen sehr urbanen, toughen Vibe mit sich.

Wenn Sie dagegen Muster lieben, erklären Sie ein kleines, kontrastarmes Muster zu Ihrem “Uni” und kombinieren Sie dazu weitere Muster.

Der hellblaue Stoff im unteren Beispiel hat zwar kein gedrucktes Muster, aber eine unruhige Farbigkeit durch seine Struktur. Denken Sie sich eine Kombination aus Bermuda-Shorts und lässigem Sommerblazer darin. Die Streifen wären ein toller Blusenpartner. Die Schirmchen könnten ein Kleid sein, zu dem Sie den Blazer tragen und die Blumen verwandeln sich in ein hinreißend-verspieltes Top.

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Ordnen Sie Schnitte und Stoffe zu. Überlegen Sie dabei, wo bei jedem der geplanten Outfits das Auge des Betrachters hinwandern soll. Platzieren Sie die ausgewählten gemusterten Stoffe entsprechend. 😉 Legen Sie fest, welches Kleidungsstück in der jeweiligen Kombination das Sagen hat. Finden Sie das für Sie richtige Maß an Spannung und Harmonie in Ihren Kombinationen und dann nähen Sie mit Bestimmtheit los.

Weitere Tipps und Tricks zum Kombinieren von Mustern haben wir hier schon zusammengetragen. Für die Suche nach sensationellen Prints lohnt sich in jedem Fall der Ausflug in unseren Show-Room In Krefeld.

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Nähabenteuer Vintage-Schnitte

Blättern Sie manchmal durch die aktuellen Nähzeitschriften und bleiben uninspiriert? Alles irgendwie schon mal gesehen, zu zahm, zu mainstream, zu “schnell zu nähen”?

Dann schauen Sie sich bei den Vintage Schnittmustern um. Und nein, damit meine ich nicht die vermeindlichen Wiederauflagen von Burda bis Butterick, sondern the real deal. Tatsächliche Schnittmuster aus anderen Jahrzehnten. Ich garantiere, Sie werden sich verlieben.

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Vielleicht in weit wippende Röcke, oder in ausladende Kragen und Manschetten. In lässig weite, unendlich lange Hosenbeine oder in am Körper herabfließende Satinkleider. In messerscharfe Schultern oder Space Age Kleider … Ganz egal in welche Dekade, in welchen Style Sie sich vergucken, Sie werden begeistert sein, von den ausgefeilteren und ausgefalleneren Details und Schnittlösungen. Alleine der Variantenreichtum, mit dem Taschen nicht nur irgendwo eingebaut werden, sondern zum Designelement werden, kann eine schon für Vintage Schnittmuster einnehmen.

Außerdem bieten Schnittmuster anderer Dekaden Alternativen zu den gerade angesagten Silhouetten und Formen und erweitern damit Ihr Spielfeld und Ihre Ausdrucksmöglichkeiten.

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Zudem verbirgt sich in jedem dieser Schnittmuster eine Zeitreise. Das beginnt schon bei der Schnittbeschreibung und der Zutatenliste. Stoffe, von denen Sie nie gehört haben. Anlässe, die uns heute vollkommen absurd vorkommen – oder haben Sie Nachmittagskleider? – und trotzdem ihren eigenen Charme haben.

Die Zeitreise setzt sich bei der Paßform fort, denn: andere Zeiten, andere Unterwäscheformen, andere Paßformen. Aber auch: andere Körperideale. Schnittmuster aus den späten 50ern und frühen 60ern produzieren oft eine etwas hängende Schulter, ganz im Gegensatz zu den ausgeprägten, gepolsterten Schulterpartien der 40er und 80er.

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Sie lesen es wohl schon heraus: Simpel ist das Arbeiten mit Vintage Schnittmustern nicht … aber: es ist auch nicht sooo umständlich, dass es nicht mit ein bißchen Recherche und Lust am Experiment auszuprobieren ist. Mit gutem Erfolg.

Da die Begeisterung für alte Schnittmuster auch schon einige Jahre anhält, gibt es mittlerweile eine Menge hilfreicher Blog-Posts zum Thema aber auch einige gute neue Bücher. Ideal ist natürlich, wenn Sie im Antiquariat (online oder offline) ein Nähhandbuch aus der Dekade, mit der Sie sich beschäftigen wollen, bekommen können. Gerade in alten Zeitschriften sind die Anleitungen minimal und es wird eine Menge handwerkliches Können vorausgesetzt. Die Lernkurve ist bei Vintage Schnittmustern steil.

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Aber wie wird frau derer überhaupt habhaft? Der einfachste erste Schritt: ältere Frauen in Familien und Freundekreis fragen, ob die noch welche besitzen. Da kann eine schon mal Schätze heben. Dann bei Etsy und Ebay schauen – und sich ein festes Preislimit setzen (;-)). Auch auf Flohmärkten kann eine fündig werden. Mittlerweile gibt es auch Onlinehändler, die sich auf Vintage-Schnittmuster spezalisiert haben. Meist sind die aber sehr teuer.

Nehmen wir also mal an, Sie haben ein angeschmachtetes Schnittmuster in Ihren Besitz gebracht, was nun?

Egal ob Sie ein Einzelschnittmuster oder eine Zeitschrift ergattert haben, kopieren Sie den Schnitt. Papier altert schlecht und Sie wollen ja nicht, dass Ihnen das wertvolle Stück unter den Händen zerfällt. Meist ist das Seidenpapier der Schnitte zwar in besserem Zustand als die Hülle, aber Änderungen lassen sich in jedem Fall besser auf frischem Papier machen.

Messen Sie den kopierten Schnitt aus. Auch in den Zeitschriften sind oft nicht alle Größen enthalten, Sie werden also verkleinern oder vergrößern müssen. Achten Sie auf den Brustpunkt. Gerade bei Schnitten aus den 50ern und 60ern werden Sie den nach unten verlegen müssen.

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Nähen Sie gerade bei aufwendigeren Schnitten in jedem Fall ein Probeteil. Erstens können Sie die veränderte Paßform überprüfen ohne Ihren Originalstoff zu opfern. Zweitens haben Sie damit alle ungewohnten Arbeitsschritte schon einmal durchgeführt, was vor Fehlern beim zweiten Durchgang schützt.

Gehen Sie bei der Stoffwahl durchaus gegen die Entstehungszeit des Schnitts. Wer z.B. für die Hemdkragenbluse aus den 70s bunt-psychodelisch gemusterten Stoff nimmt, landet schnell bei einem etwas kostümhaften Eindruck. Ein luxuriöser unifarbener Blusenstoff oder ein dezentes Muster lassen den Schnittdetails (hier vermutlich der Kragen) den Vortritt.

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Beim Styling empfiehlt sich ebenfalls eher der Bruch. Kombinieren Sie zum 50s Blümchenkleid mit weitem Rock eher Boots oder Chucks und eine Bikerjacke als Ballerinas und pastellige Strickjacken. (Ausgesprochene Decade-Dresser werden das anders sehen und sich von Kopf bis Fuß ihrer Dekade entsprechend kleiden, aber das ist eine andere Geschichte.)

Wenn Ihnen das alles zunächst zu viel erscheint, dann tasten Sie sich langsam ran. Picken Sie sich aus einem Vintage-Schnitt ein tolles Detail – den Rückenausschnitt, vielleicht – und verändern Sie einen gut angepaßten Schnitt aus Ihrem Fundus entsprechend. Oder nehmen Sie sich eine der Verarbeitungstechniken vor, die in den Anleitungen häufig vorkommen, und probieren Sie die bei Ihrem nächsten Nähprojekt aus. Und dann steigern Sie langsam den Schwierigkeitsgrad.

In jedem Fall werden Sie mit einem einzigartigen Kleidungsstück belohnt, das so garantiert keine andere trägt. Und dafür nähen wir ja schließlich, non?

 

 

 

 

 

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Frühlings-Verrücktheiten

Als Kind war Easter Parade mit Fred Astaire und Judy Garland einer meiner Lieblingsfilme und lief garantiert irgendwann im Laufe der Karwoche im Fernsehen. Ich kann gar nicht mehr sagen, worum es darin ging. Nur an den Höhepunkt erinnnere ich mich genau: die Osterparade entlang New Yorks 5th Avenue. Lauter elegant gekleidete Menschen mit unglaublichen Hüten.

Der Film hat seine Nachwirkungen. Alle Jahre wieder ertappe ich mich dabei, wie ich, wenn ich kurz vor Ostern durch die Stadt schlendere, in einem Hutladen lande. Viele gibt’s davon ja nicht. Ich kaufe dann nicht immer einen Hut, aber aufprobieren muss ich sie in jedem fall.

Wenn ich keinen Hut kaufe, nehme ich mir meist vor, “noch schnell” ein Osterkleid zu nähen. Na gut, das nehme ich mir auch vor, wenn ich einen Hut kaufe. Schließlich braucht so ein neuer Hut einen würdigen Partner. Und so ein Frühlingskleid, das mit dem (vielleicht noch nicht so ganz) lauen Wind tanzen kann, dass braucht frau schließlich immer, oder? 😉

Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie auch eine kleine Frühlingsverrücktheit, mit der Sie die ersten milden, sonnigen Tage und die knackig-grünen Knospen begrüßen?

Übrigens, die Osterparade in New York – die gibt es immer noch. Und von völlig verrückt bis Haute Couture ist da alles erlaubt –  auf dem Haupt – auf der 5th Avenue.

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Und selbstverständlich passen die Kleidern dazu.

Wenn Sie gerade über Ihr Outfit für den Osterspaziergang nachdenken, haben wir hier ein paar frühlingsfröhliche Stoffe für Sie. 😉 Hüte finden Sie anderswo.

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Tajoves
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Islandia
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Rinconprint
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Galaprint

       

 

 

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Wann war Ihr letztes Erstes Mal?

Wir halten uns beim Nähen gerne in unseren Komfortzonen auf. Es gibt Kleidungsstücke, Schnitte, Materialien, Verarbeitungsweisen, die wir sehr oft benutzen, die uns vertraut sind und bei denen wir ein gewisses Gefühl von Könnerschaft verspüren.

Dann gibt es Materialien, Schnitte, Verarbeitungsweisen, die verwenden wir, wenn wir ein bestimmtes Kleidungsstück dringend brauchen und es uns nähen wollen: Mäntel, die diversen Futtermaterialien dafür, Paspelknopflöcher. Um ein Beispiel zu nennen.

Schließlich gibt es jene Bereiche, die off-limits sind: Materialien, die wir nie anrühren. Kleidungsstücke, die wir uns nicht nähen, weil wir sie für zu kompliziert oder zu fitzelig halten. Schnitte, die nicht unserem Stil zu entsprechen scheinen.

Es ist nicht verkehrt, in der Masse der Möglichkeiten Beschränkungen zu setzen und zu sagen: ich konzentriere mich auf diese Dinge. Diese Konzentration macht uns erst handlungsfähig.

Dumm nur, wenn sich in diesen off-limits liegenden Nähgefilden Dinge herumtreiben, die uns sehr reizen.

Bei mir sind das zur Zeit Hosen und Dessous. Ich verbringe eine Menge Zeit in Hosen und ich gebe eine Menge Geld für passende BHs aus, die dann nicht immer meine Traumfarbe haben. Es gibt also durchaus Anreize, beides anzugehen.

Meist tut frau es aber nicht. Vielleicht, weil der allererste Hosenversuch viel Arbeit machte und kein akzeptables Ergebnis brachte. Vielleicht, weil allein schon die Materialauswahl eine schwindelig macht. Vor allem aber, weil uns die kleine Niggelstimme im Inneren suggeriert, dass wir wieder als blutige Anfängerinnen da stehen werden. Mit all der Unsicherheit. Dem Gefrickel. Den suboptimalen Ergebnissen. …

Die gute Nachricht: Die Niggelstimme hat mal wieder unrecht.

Wenn wir uns jetzt ein neues Nähgebiet vornehmen, fangen wir nicht wieder bei null an. Wir nehmen unser gesamtes ernähtes Handlungswissen mit. Klar wird Neues oder Ungewohntes gefordert sein, aber das löscht all die Näherfahrung, die Sie schon gesammelt haben, nicht aus. Wenn Ihr aller erstes Nähstück vor 7 Jahren ein einfacher A-Linie-Rock war, dann wird Ihre erste Jeans nicht aussehen wie dieser erste Rock.

Auch gut zu wissen: Es wird immer Nähherausforderungen geben, vor denen wir uns ängstigen und die wir gleichzeitig sehr gerne können wollen würden. Diese Grenze werden wir immer vor uns herschieben. Egal wie gut wir nähen können, wir werden immer auf etwas stoßen, was just außerhalb dessen liegt, was wir uns zutrauen und das uns lockt.

Wenn Sie merken, dass Sie immer wieder um ein bestimmtes Projekt schleichen, sich aber keinen Ruck geben können, machen Sie sich bitte klar, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Sie nähen Kleidung. Das ist keine Operation am offenen Herzen. Im schlimmsten Fall produzieren Sie ein Teil für die Tonnen. So what?

Nehmen Sie also für den ersten, zweiten, dritten Versuch nicht gleich das hochpreisigste Material. Haben Sie ja am Anfang Ihrer Nähkarriere auch nicht getan, oder?

Machen Sie sich klar, dass ein gescheiterter erster Versuch überhaupt nichts über Ihr Nähkönnen im Allgemeinen aussagt. Nur weil Sie den ersten BH versemmeln, bedeutet das nicht, dass Sie NIEMALS einen extrem tollen, supersitzenden BH werden nähen können. Selbst erfahrenen Schneidermeisterinnen geht regelmäßig was schief. Außer vielleicht solchen, die im Fernsehen auftreten. 😉 Die besten Geschichten, die Schneiderinnen erzählen, sind die, in der sie in höchster Not einen dicken Fehler noch geschickt kaschiert haben. Keine Teile für die Tonne produzieren zu wollen, heißt: Nichts mehr nähen.

Wenn Sie was Aufregend-Neues anfangen, schrauben Sie Ihre Erwartungen an das Ergebnis bitte vorerst runter. Sie müssen sich mit Material und Technik vertraut machen, neue Abläufe einüben. Konzentrieren Sie sich darauf, den Prozess zu verinnerlichen.

Machen Sie kein Drama draus, sondern gehen Sie das Projekt mit einer gewissen Entspanntheit an. Bereiten Sie gut vor, arbeiten Sie methodisch, nicht unter Zeitdruck. Improvisieren Sie nicht gleich beim ersten Stück lustig drauf los – außer es entspricht Ihrem allgemeinen Arbeitsmodus. Holen Sie sich Hilfe.

Warum sollten Sie sich das überhaupt antun?

Erinnern Sie sich noch an Ihr letztes Erstes Mal? Egal was. Irgendetwas, was Sie schon immer tun wollten und zu dem Sie sich lange durchringen mussten?

Versuchen Sie sich zu erinnern, wie Sie sich danach gefühlt haben.

Lebendiger? Zufrieden mit sich? Stolz? 20 Zentimeter größer? Weltmeisterlich? High sogar? Mutig? Gewillt, es mit noch sehr viel größeren Herausforderungen aufzunehmen? Jede dieser Gefühlsregungen ist schon Grund genug.

Aber dazu haben Sie gerade damit begonnen, Ihren näherischen Gestaltungsbereich noch mal zu erweitern. Wie großartig ist das?

Wenn Ihr letztes Erstes Mal schon eine Weile her ist, dann wird’s dringend Zeit. Organisieren Sie Ihre Materialien  und nähen Sie es einfach! Schritt für Schritt.

Und ja: Das alles gilt nicht nur fürs Nähen, sondern für fast alles andere im Leben auch. So wie immer beim Nähen.

In diesem Sinne ein abenteuerliches, nervenflatterndes Wochenende.

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Badenixen-Parade

Bis wir uns selbst in die Badeanzüge werfen und im Meer schwimmen gehen können, dauert es wohl noch eine Weile. Unser neuer Stoff bringt das Sommerfrische-Feeling jetzt schon ins Haus und an die Frau.

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Ist der nicht hinreißend? Eine wunderbar weichfließende Viskose. Ideal für beschwingte Sommerkleidung.

Wie gewohnt kommen hier ein paar Schnittvorschläge dafür.

Da der Stoff schon genug Retro-Charme mitbringt, wäre ein Vintage-Schnitt eventuell etwas zu viel. Deshalb haben wir moderne, aber verspielte Schnitte ausgesucht.

 

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Los geht’s mit einem Schnitt aus der gerade erschienen, maritim-inspirierten Kollektion von Papercut Patterns: Moana ist wahlweise ein lässiges Top oder ein luftiges Kleid mit aufgesetztem Reißverschluß im Rücken.

 

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Areli von République de Chiffon bietet durch die hohe Teilungsnaht und den Einsatz sowohl Möglichkeiten, mit der Schwimmrichtung der Schwimmerinnen zu spielen, als auch mit einer Paspel für Kontraste zu sorgen.

 

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B6240 ist ein entspannt drapiertes Kleid für einen weichfallenden Stoff, dabei schlicht genug, um der Verspieltheit des Stoffs Vorrang zu gewähren.

 

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Zoe von Schnittchen ist eine spannungsvolle Mischung aus Strenge (hochgeschlossener Hemdkragen) und Verspieltheit. Für die feinen Biesen an Oberteil und Rocksaum  ist unser Stoff der richtige Partner, weil er nicht zu viel Volumen aufbaut.

Für Instant-Sommerfeeling kraulen Sie jetzt schnell rüber in unseren Shop und bestellen ganz schnell. Viele Meter Badenixen sind nämlich nicht da.

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Das grüne Leuchten

Die ersten zarten grünen Sprossen in Garten und Park. Die Stengel und Blätter der Schneeglöckchen, Narzissen, Krokusse. Der erste grüne Hauch auf Bäumen und Sträuchern. Dieses grün-gelbe Leuchten in Frühlingslandschaften, wenn die jungen Blätter da sind. Keine andere Farbe ruft so laut Frühling wie Grün.

Dieses spezielle Frühlingsgrün, eigentlich eine Mischung aus vielen hellen Grün- und Gelbtönen, ist allerdings ein bißchen tricky zu tragen. Aber gerade jetzt auf die lebendigste aller Farben verzichten? Nicht wirklich, oder?

Zum Glück haben wir gerade unseren wunderbaren Baumwoll-Satin Telo in einem hinreißenden Grünton im Shop. Genau das Richtige für die ersten Frühlingsstücke: ein raffiniertes Kleid, ein tolles Kostüm, eine ausgestellte Hose.

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Ein schöner Kleiderschnitt von Lekala. Nicht mehr wintermäßig dick eingepackt, sondern in italienischer Länge, mit 3/4-Armen und luftigem Ausschnitt. Ein strukturierter, körpernaher Schnitt für den der Baumwollsatin auf Grund seines Elasthan-Anteils genau der richtige Partner ist.

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Ein weiterer Lekala-Schnitt. Wieder mit Schößchen, aber diesmal eine Kurzarm-Version mit etwas weicherer Anmutung. Vielleicht für den Osterferien-Kurzurlaub in südlicheren Gefilden? Sonst vorproduziert für die ersten richtig warmen Tage.

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Ein Vogue-Kostüm (V1389), das in dezentem Grau nicht auffällt, in strahlendem Grün aber ein Hingucker wird. Lässig mit Stricktop oder Shirt kombiniert ist es bürotauglich reduziert-elegant und trotzdem ausgefallen.

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Die IT-Schlaghose der Nähszene schließlich: die Birkin Flares. Klar sehen die als Jeans extra cool aus, aber wer sagt denn, dass eine nicht auch einen anderen Stoff verwenden darf? Unser Telo hat mit 262g/qm mehr Substanz mit als so mancher Denim-Stretch und eignet sich somit natürlich auch für Hosen. Und 70s, Drei Engel für Charlie Charme in einem fantastischen Grün? Cool cat!

Und nun zu Ihnen! Tragen Sie Grün? Nein? Warum eigentlich nicht? Tasten Sie sich vorsichtig ran. Die grüne Hose ist entschieden zu weit weg vom Gesicht, um sich mit Ihrem Teint zu beißen. Dafür sorgt sie für feinen Frühlings-Groove.

 

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Nähen ist nur ein anderes Wort für Lieben

Heute ist Valentinstag! Beinahe wäre das ein Post mit lauter roten Rosen-Stoffen geworden, aber dann fiel mir auf, wie sehr sich nähen und lieben ähneln. Fast könnten es Zwillingsschwestern sein.

Wenn frau liebt, dann verzehrt sie sich nach jemanden, dann begehrt sie jemanden, dann sorgt sie sich um jemanden, dann ist sie unbeschreiblich glücklich und unglücklicherweise manchmal auch tief traurig. Lieben kann weh tun, eine leiden lassen, ein Kampf sein. Liebe ist manchmal ein absolutes sinnliches Hochgefühl und manchmal ein zufriedenes, mattes Dahinfließen.

Wer’s mit dem Nähen als Hobby ernst meint, kennt das unerträgliche Warten auf den neuesten Schnitt. Das unbedingte Haben-Müssen-Gefühl, was eine gegen jede Vernunft und das Bankkonto einen Stoff  kaufen lässt.

Wer näht, macht sich ständig Sorgen: Wird das passen? Wird mir das stehen? Macht die Maschine nicht komische Geräusche?Warum ruft die Werkstatt nicht zurück?

Wer sich je in den Finger genäht hat, weiß, wie weh nähen tun kann. Wer je mit einem Schnitt oder Material, welche absolut nicht so wollten, wie frau selbst, gerungen hat, weiß was Kämpfen ist.

Und ach, das Stoffestreicheln erst: die Fingerspitzen über kühle glatte Seide gleiten lassen oder über flauschigen Flanell. Die weiche Viskose um sich herumdrapieren und ihren Fall bewundern. Sinnesvergnügen pur.

Schließlich: das vergnügt entspannte Vorsichhinnähen eines Schnittes, den frau in und auswendig kennt. Keine bösen Überraschungen, keine unheilbaren Zerwürfnisse, einfach in den Sonnenuntergang rattern in gegenseitigem Einverständnis. Nee, was schön. 😉

Es ist also keineswegs unpassend, den Valentinstag zum Nähtag zu erklären. Schließlich ist Nähen nur ein anderes Wort für Lieben. Wir wünschen Ihnen also heute einen schönen Tag an der Maschine und mit Ihren anderen Lieben. Sew on!

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Venezia - Carnevale 2013

Nähen heisst Zaubern!

Kleider sind Träume und Nähen ist Zaubern.

Nein, das wird kein Karnevals-Post. Aber die Lust daran, jemand anderes zu sein, steckt drin.

Kleider sind unsere zweite Haut. Sie sollen uns schützen. Sie sollen etwas über uns aussagen. Und die besten von ihnen verändern uns. Wir stehen aufrechter in ihnen, sehen der Welt direkt ins Auge. Wir fühlen uns zehn Zentimeter größer, leicht wie ein Schmetterling, unbesiegbar.

Gute Alltagskleidung bereitet uns kein Kopfzerbrechen und lässt uns ungehindert unserem Leben nachgehen. Doch die ausgefallenen, schönen, flippigen, überkandidelten Hinguckerteile und  Statement Pieces machen das Leben erst aufregend.

Gerade jetzt im Karneval zeigt sich, welche zauberhaften Dinge wir nähen können. Versponnen Versionen unserer Selbst oder gar ganz andere Identitäten. Kleider, so sagt das Märchen, machen Leute. Wie wunderbar, ab und zu in eine andere “Haut” schlüpfen zu können, in dem wir sie uns einfach überziehen.

Im Karneval darf eins das ungeniert. Im täglichen Leben ist etwas mehr Dezenz angesagt (oder auch nicht?). Bei all der vernünftigen Planung unserer nächsten Nähprojekte sollten wir das nichht vergessen: die Lust am Verkleidenspielen ist immer noch da. Und es tut uns ganz gut, sie ab und zu zu füttern.

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Nähen ist das Schwelgen in Möglichkeiten. Warum sonst würde der Planungsprozess und das Auswählen beinahe noch mehr Freude machen als das tatsächliche Anfertigen? Wir können mit der Overlock nach dem Mittagessen mit der Lässigkeit eines Graffiti-Künstlers einen Sweater zusammentackern und ihn am Nachmittag zum Spazieren gehen schon tragen. Wir können aber auch einen lange gehüteten Strickstoff aus Bändchengarn mit Seiden-Georgette quilten und dann ein “Sweatshirt” daraus nähen, das mit der einfachen Herkunft seiner Form kaum noch was zu tun hat. Und wir sind in dem Mittagspausen-Sweater eine andere als in der Couture-Version. Sie fühlen sich anders an, wir fühlen uns anders darin. Wie erstaunlich ist das eigentlich?

Zaubern Sie also an diesem Wochenende. Ganz egal, ob Sie im hohen Norden mit dieser Narretei gar nichts am Hut haben oder im dichtesten Jeckengewühl stecken. Sewing is magic!

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