Interview: René Frank

Wie Sie, liebe LeserInnen, bin auch ich noch ziemlich neu bei Fashion for Designers. Deshalb habe ich an einem ruhigen Freitagnachmittag die Gelegenheit genutzt, René Frank – dem Geschäftsführer von Fashion for Designers und Devetex – ein paar Löcher in den Bauch zu fragen.

Wie kommt es, daß die Firma Devetex, die ja für Großabnehmer in der Modebranche Stoffe produziert, ihre Stoffe jetzt auch Privatkunden zugänglich macht?

Wir sind zweimal im Jahr auf Stoffmessen. Da werden wir immer wieder von kleinen Labels und jungen Designern, aber auch von Stoffenthusiasten wie Ihnen angesprochen. Denen gefallen unsere Stoffe, aber sie brauchen nur sehr kleine Mengen. Für kleine Mengen haben wir bei Devetex keine Struktur. Im industriellen Tagesgeschäft stört die Abwicklung solch kleiner Auftragsmengen schlicht. Gleichzeitig haben wir aber gemerkt, da ist ganz große Begeisterung für unsere Stoffe.

So ist dann die Idee für Fashion for Designers entstanden, wo wir mit dem Show-Room in Krefeld und dem online-shop die Möglichkeit bieten können, kleine Mengenunserer Stoffe für die individuelle Verarbeitung zu kaufen. Und das macht richtig Spaß.

Was macht die Fashion for Designers-Stoffe besonders?

Exzellente Qualität zu vernünftigen Preisen. Die Stoffe, die wir produzieren, müssen hohen Anforderungen genügen. Unsere Kunden sind namhafte Fashion Brands, die hochwertige Kleidung herstellen. Die definieren sehr genau, welche Qualitätskriterien unsere Stoffe erfüllen müssen. Da geht es um Einlaufwerte, Farbechtheit, Griff. Unsere Kunden wollen aber auch Umweltstandards einhaltenund achten auf Nachhaltigkeit. Sonst schaden sie ihrer Marke. Für uns heißt das: Wir müssen vom Faden bis zum fertigen Stoff dokumentieren, wo unser Stoff herkommt. Das wird alles im Warenpass festgehalten.

Auch an das Design werden hohe Anforderungen gestellt. Sowohl was die Breite des Sortiments angeht, als auch hinsichtlich der Frische und Innovation der Designs. Bedingt durch die Vorlaufzeiten in der Textilindustrie sind wir im Design und in der Produktion immer mindestens ein Jahr voraus verglichen mit konventionellen Stoffhändlern oder gekaufter Kleidung.

Wir bieten also jetzt die Designs, die nächstes Jahr Trend sind.

Und welche Trends erwarten uns bei den jetzt schon verfügbaren Sommerstoffen 2016?

Für den Sommer nicht überraschend: Blumen, aber in sehr zarten Anmutungen. Dann ist „tropic“ ein Thema: große, botanische Motive. Abstrakte Fleckendesigns. Mosaikstrukturen. Und an orientalische Ornamentik angelehnte Muster. Dazu kommen dann figurative, dingliche Designs, wie die Schirmchen oder Goldfische oder Sterne. Das ist ja ein auch ein Trend, der schon eine Weile andauert. Denken Sie an die Schnurrbärte, die gerade überall draufwaren.

Wie viele unterschiedliche Designs gibt es in etwa in jeder Kollektion?

Wir denken gar nicht mehr in Kollektionen für Frühjahr / Sommer und Herbst / Winter. Da haben wir uns der Produktionsweise unserer großen Kunden angepaßt. Alle 6 Wochen entsteht ein neuer Baustein mit etwa 60 neuen Stoffdesigns. Die nehmen natürlich Bezug auf die jeweilige Jahreszeiten. Diese Bausteine zusammen machen dann „die Kollektion“ aus. Das ist bei uns mittlerweile ein kontinuierlicher Prozeß.

Devetex produziert seine Stoffe in Europa. Wie kommt das?

Das resultiert aus unserer Unternehmensphilosophie: Wir machen, was wir am besten können. Stoffe produzieren. Aus unserer Sicht sind die Bedingungen dafür in Europa am besten. Das hat mit Geschwindigkeit zu tun. Auch mit Verfügbarkeit. Wir haben hier kürzere Produktionszyklen und können enger mit den Kunden zusammenarbeiten.

Da für viele unserer Kunden ein Made in Europe auch zur Marke gehört, liegen wir da ganz gut quer zum Asien-Trend.

 

 

 

 

2 thoughts to “Interview: René Frank”

  1. Dann habe ich mich ja mit den Sonnenschirmen genau richtig entschieden. 🙂 Dieser figurative Print-Trend ist voll meins.
    Ich bin ganz verliebt in die Stoffe. Die Qualität für den Preis sagenhaft. Ich habe schon oft mit gleichwertigen Stoffen gearbeitet, die das doppelte gekostet haben. Ich verarbeite gerade den Möwen-Stoff, der ist original sogar noch schöner als auf dem Foto.

    Danke für das Interview und die interessanten Einblicke. 🙂

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