Nähen ist nur ein anderes Wort für Lieben

Heute ist Valentinstag! Beinahe wäre das ein Post mit lauter roten Rosen-Stoffen geworden, aber dann fiel mir auf, wie sehr sich nähen und lieben ähneln. Fast könnten es Zwillingsschwestern sein.

Wenn frau liebt, dann verzehrt sie sich nach jemanden, dann begehrt sie jemanden, dann sorgt sie sich um jemanden, dann ist sie unbeschreiblich glücklich und unglücklicherweise manchmal auch tief traurig. Lieben kann weh tun, eine leiden lassen, ein Kampf sein. Liebe ist manchmal ein absolutes sinnliches Hochgefühl und manchmal ein zufriedenes, mattes Dahinfließen.

Wer’s mit dem Nähen als Hobby ernst meint, kennt das unerträgliche Warten auf den neuesten Schnitt. Das unbedingte Haben-Müssen-Gefühl, was eine gegen jede Vernunft und das Bankkonto einen Stoff  kaufen lässt.

Wer näht, macht sich ständig Sorgen: Wird das passen? Wird mir das stehen? Macht die Maschine nicht komische Geräusche?Warum ruft die Werkstatt nicht zurück?

Wer sich je in den Finger genäht hat, weiß, wie weh nähen tun kann. Wer je mit einem Schnitt oder Material, welche absolut nicht so wollten, wie frau selbst, gerungen hat, weiß was Kämpfen ist.

Und ach, das Stoffestreicheln erst: die Fingerspitzen über kühle glatte Seide gleiten lassen oder über flauschigen Flanell. Die weiche Viskose um sich herumdrapieren und ihren Fall bewundern. Sinnesvergnügen pur.

Schließlich: das vergnügt entspannte Vorsichhinnähen eines Schnittes, den frau in und auswendig kennt. Keine bösen Überraschungen, keine unheilbaren Zerwürfnisse, einfach in den Sonnenuntergang rattern in gegenseitigem Einverständnis. Nee, was schön. 😉

Es ist also keineswegs unpassend, den Valentinstag zum Nähtag zu erklären. Schließlich ist Nähen nur ein anderes Wort für Lieben. Wir wünschen Ihnen also heute einen schönen Tag an der Maschine und mit Ihren anderen Lieben. Sew on!

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